Nofretete und Kleopatra sind ewige Sinnbilder für ein bis heute gültiges Schönheitsideal. Doch selbst diese bedeutenden historischen Frauenfiguren mussten dafür etwas tun: Mit ihren bescheidenen Salben und Tinkturen kämpften sie gegen Hautalterung und die Vergänglichkeit ihrer jugendlichen Pracht. Ein Streifzug durch die Drogerien und Parfümerien unserer Zeit und das Wissen um die Bedürfnisse der Haut würde die beiden Frauen wohl in Verzückung versetzen. Denn sie nahmen Bäder in Eselsmilch gegen die für sie unbekannten Ursachen der Hautalterung. Doch auch die Männer waren eitel. Hippokrates, der Vater der Medizin, glättete Gesichtsfalten mit einer Paste aus der Leber einer Eidechse, Olivenöl und unverdünntem Wein.
Heute hingegen sind viele der Mechanismen bekannt, mit denen die Haut als das größte menschliche Organ arbeitet. Und auch, was ihre Funktion stören kann. Gezieltes Vorbeugen und systematisches Behandeln lautet daher die Devise, seit man um die Schädlichkeit von UV-Licht, ungesunder Ernährung und freien Radikalen für die Haut weiß.
Vorbeugen und korrigieren
Vorbeugen funktioniert, weil man viele Ursachen von Hautschädigungen kennt. „Jeder Mensch hat eine bestimmte genetische Veranlagung für Falten, daran können wir nichts ändern“, erklärt Jürgen Lademann, Professor für Experimentelle und Angewandte Physiologie der Haut an der Dermatologischen Universitätsklinik der Charité in Berlin. „Eine ganze Menge anderer Einflüsse können wir aber bestimmen: Zum Beispiel die Sonnenbestrahlung.“
UV-Licht erzeugt auf der Haut freie Radikale und kann Gewebe sowie Gewebebestandteile schädigen und Hautfalten entstehen lassen. Vermeiden und schützen sind hier die wichtigsten Maßnahmen. „Der Körper hat außerdem ein Abwehrsystem gegenüber der schädigenden Wirkung der freien Radikale entwickelt: die Antioxidantien, unter anderem Vitamine, Karotinoide und Enzyme“, erläutert Jürgen Lademann. Diese Antioxidantien können die freien Radikale neutralisieren, bevor sie ihre schädigende Wirkung im zellulären Bereich entfalten. Die meisten Antioxidantien kann der Mensch allerdings nicht selbst bilden. Vielmehr muss er sie über die Nahrung, etwa Obst und Gemüse, aufnehmen. Jürgen Lademann aber warnt: „Rauchen, Alkohol, wenig Schlaf, Stress – all diese Dinge bauen das antioxidative Potenzial unserer Haut wieder ab. Nur durch gesunde Ernährung und einen guten Lebensstil kann man das wieder steigern.“
Die andere Front im Kampf um Schönheit und jugendliches Aussehen ist die Behandlung vorhandener Schäden und die Optimierung der Regenerierungsprozesse in der Haut. Hier treten – Laser und operative Eingriffe außer Acht gelassen – Cremes und Salben, Gels, Peelings, Masken und Lotionen mit Wirkstoffen, die die Kollagenfasern neu organisieren, der Haut Feuchtigkeit spenden oder den Kollagenstoffwechsel optimieren, an – die Bandbreite an Wirkstoffen und Wirkweisen ist groß.