Eine Milliarde Kunstwerke aus drei Schichten

16.06.2009
Im österreichischen Spittal beherrschen sie etwas in Perfektion, das weltweit nur wenige überhaupt können: Tabletten in drei Schichten herstellen, von denen eine probiotische Bakterien trägt. Die Produktion dieses Nahrungsergänzungsmittels verlangt unbedingte Sorgfalt. Ein faszinierender Prozess von Präzision im Milliarden-Maßstab.

 

Bion®3-Dreischicht-Tabletten: Drei Schichten auf engstem Raum zusammenzufügen erfordert besonderes Know-how
© Sandra Hallinger / Fotoagentur Wild & Team
Bion®3-Dreischicht-Tabletten: Drei Schichten auf engstem Raum zusammenzufügen erfordert besonderes Know-how  
Was man da mit nur einem Schluck Wasser einnimmt, ist schon enorm: Bion®3 nennt sich die Tablette zur Nahrungsergänzung, deren gesundheitsaktivierendes Spektrum auf so kleinem Raum erst durch Patente und besondere Fertigungsverfahren möglich wurde.

„Die Tablette ist aus drei Schichten zusammengesetzt“, erklärt Klaus Raunegger, Geschäftsführer des Werkes Spittal von Merck im österreichischen Bundesland Kärnten am Millstätter See, wo er einen Blick auf die imposanten Zweitausender der Ostalpen hat. Zwei Lagen – das kennt mancher schon von den viel größeren Geschirrspül-Tabs. Doch sogar drei genau definierte Schichten auf engstem Raum zusammenzufügen, das erfordert ein ganz besonderes Know-how. In Spittal haben sie es, sodass sie schon demnächst eine Schallmauer besonderer Art durchbrechen und eine Milliarde Bion®3-Tabletten fertigen und ausliefern können.

Bakterien müssen lebend in den Darm gelangen

Warum aber überhaupt drei Schichten? Das weiß Dr. Gerald Schwarzenbacher. Der Chemiker ist Herr über die Pharmafertigung in Spittal: „Wir wollen mit nur einer Tablette einen möglichst umfassenden Beitrag zur Gesundheit leisten. Vitamine, Mineralstoffe und probiotische Bakterien zur Stärkung der Immunabwehr durch den Darm sollen durch nur eine Einnahme in den Körper gelangen.“

Die gefriergetrocknet aus Japan bezogenen, aber lebenden Bakterien verlangen die besondere Aufmerksamkeit der Galeniker, wie die Experten für die Entwicklung von Darreichungsformen im Fachjargon heißen. Schwarzenbacher: „Die Bakterien sind empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Säuren, wie sie beispielsweise durch einige der – je nach Zielmärkten der Tablette – bis zu zwölf Vitamine entstehen könnten.“ Bei Feuchtigkeit sterben sie ab und können ihre das Immunsystem stärkende Wirkung dann nicht mehr auf den bis zu 400 Quadratmetern der Darmschleimhaut entfalten.

Damit alle drei Komponenten in einer Tablette gut zusammenspielen, entwickelte Merck in Darmstadt nicht nur die Rezeptur, sondern auch deren Gang vom Labor in die großtechnische Produktion. Hierfür ist Dr. Markus Rudolph am Hauptsitz des Unternehmens zuständig: „Meine Aufgabe ist es, das technologische Konzept für ein neues Produkt festzulegen.“ Um die Feinheiten der Ausführung kümmern sich dann beispielsweise die Österreicher; ein weiteres Werk steht in Mexiko.

Bei einem Rundgang durch die Produktion erklärt Geschäftsführer Klaus Raunegger die Fertigung Schritt für Schritt: „Die Substanzen für die Vitamin- und Mineralienschicht mischen wir entsprechend der Rezeptur aus den vorher streng kontrollierten Grundsubstanzen.“ Mehrere Hundert Kilogramm fasst der Riesenmischer, dessen Inhalt wiederholt vorgemischt, zerkleinert, gesiebt und wiederum gemischt werden muss, damit das nachfolgende Hauptmischen eine wirklich homogene Masse ergibt – und dies hat für jede der drei Schichten separat zu erfolgen. In einer Achtstundenschicht können so eine Million Tabletten gepresst, lackiert und verpackt werden.

Das Bion®3-Fertigungsverfahren

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Dr. Gerald Schwarzenbacher, stv. Herstellungsleiter bei Merck Spittal und verantwortlich für die Bion®3-Palette
© Sandra Hallinger / Fotoagentur Wild & Team
Dr. Gerald Schwarzenbacher, stv. Herstellungsleiter bei Merck Spittal und verantwortlich für die Bion®3-Palette  
 
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